iPhone Entwicklung – ein Buch mit sieben Siegeln?

images-1.jpgApple liebt Geheimnisse – zu neuen Produkten gibt es vor der offiziellen Ankündigung ab und zu mal Gerüchte aber selten wirklich handfeste Fakten. Der Versuch, die Entwicklung von iPhone-Software ähnlich geheim ablaufen zu lassen, könnte allerdings nach hinten losgehen.



Jeder Programmierer, der Software für das iPhone schreiben will, muss ein NDA (Non-Disclosure-Agreement) unterzeichnen. Durch diesen Vertrag verpflichtet er sich, Stillschweigen seine Arbeit betreffend zu wahren. Das ist in der normalen Softwarewelt nicht nur ungewöhnlich (mal abgesehen von Softwareentwicklungen für das Militär, Pharmaunternehmen oder ähnlichen Spezialfällen) sondern auch mit einer ganzen Menge Nachteile verbunden.

  1. Programmierer dürfen keinen selbst geschriebenen Code veröffentlichen oder anderen zur Verfügung stellen
  2. dadurch müssen viele das Rad neu erfinden – den vielleicht bereits bestehende Lösungen anderer können sie so nicht verwenden
  3. bei Problemen sind die Entwickler grossteils auf sich alleine gestellt – sie dürfen ja niemanden um Hilfe bitten, da sie dazu über ihre Arbeit reden müssten
  4. die Ausbildung wird massiv eingeschränkt – es ist nicht erlaubt, Lehrbücher über iPhone-Softwareentwicklung zu schreiben um z.B. Studenten zu unterrichten
  5. Diskussionsrunden oder Entwicklertreffen sind nicht möglich

Ein Entwickler, der sich nicht an die Regeln hält, kann von Apple ohne viel Aufwand einfach ausgeschlossen werden. Da Anwendungen, die auf allen iPhones funktionieren, ausschliesslich von Apple über ihren eigenen Online-Shop vertrieben werden hat Apple den einzigen Vertriebskanal fest im Griff. Wer also Geld mit seinen Anwendungen verdienen will, muss sich an die Spielregeln halten.

Das Apples Vorgangsweise die Entwicklung von iPhone-Software massiv behindert, steht ausser Frage. Ob sie diese Politik jedoch ohne gewichtige Gründe ändern werden, ist zweifelhaft. Vermutlich werden sich genug Softwarefirmen finden, um den iPhone-Softwareverkauf am Leben zu erhalten, doch das Potential, das durch den effektiven Ausschluss von Studenten, freiberuflichen und Hobbyprogrammierern verloren geht, ist enorm.

Artikel des Silicon Alley Insider