San Franciscos Intranet genetnappt

Zugegeben – das Worte “genetnappt” gibt es nicht wirklich – dennoch trifft es die Sache auf den Punkt.Ein ehemaliger Administrator der Stadtverwaltung hat das interne Netzwerk unter seiner Kontrolle. Er sperrte allen anderen Administratoren den Zugang und ist jetzt der einzige, der vollständigen Zugriff auf das System hat.



Laut Behörden hatte der 43järige Terry Childs am 20. Juni damit begonnen, das neue, interne Netzwerk der Stadt San Francisco zu sabotieren. Als er am Sonntag (13. Juli) verhaftet wurde, war der Schaden jedoch schon angerichtet. Childs hatte es geschafft, alle anderen  Administratoren auszusperren. Das Netz funktioniert weiterhin, Wartungsarbeiten oder Änderungen am System sind jedoch nur noch ihm zugänglich.

Da er zur Zeit in Haft sitzt und sich weigert, die benötigten Zugangsdaten herauszugeben, versuchen Experten seit Sonntag vollständigen Zugriff auf das Netzwerk zu erlangen. Die Durchsicht persönlicher Unterlagen und Geräte hat bislang ebenfalls noch keinen Erfolg gebracht.

Worauf Childs mit seiner Haltung hinaus will, ist unklar. Es gibt keine Forderungen seinerseits, aber auch keine Kooperation. Das Motiv dürfte Rache gewesen sein. Childs war fünf Jahre angestellt gewesen und hatte in dieser Zeit unter anderem Software verwendet, um seine Vorgesetzten zu überwachen. So dürfte er auch von seiner bevorstehenden Kündigung aufgrund “schlechter Leistungen” erfahren haben.

Die Behörden befürchten, dass er die Zugangsdaten an Dritte weitergegeben haben könnte. Ob und welche sensiblen Systeme über das Netzwerk erreichbar sind, wurde nicht bekannt gegeben.

Sowohl der San Francisco Chronicle als auch der deutsche Spiegel berichten über diesen Fall.