Google Trends zum zweiten Mal gehackt?

Google Trends zeigt, welche Begriffe gerade am häufigsten gesucht werden. Vorige Woche tauchte auf dieser USA-Ausgabe dieser Liste plötzlich ein chinesisches Zeichen (Swastika) auf. Das war zwar höchst seltsam, konnte von Google jedoch mehr oder weniger glaubwürdig erklärt werden. Am 13. Juli stand dann plötzlich eine Google wenig schmeichelnde Botschaft an der Spitze der Liste: “ǝlƃooƃ noʎ ʞɔnɟ”. Und zwar genau so: um 180 Grad gedreht.


Exkurs – gedrehter Text:
Text lässt sich auf Computern nicht einfach so drehen. Das was hier wie gedrehter Text aussieht, sind in Wirklichkeit teilweise ganz andere Buchstaben fremder Sprachen, die zufälligerweise Ähnlichkeiten mit den von uns verwendeten Zeichen haben. Das Wort “oб” besteht aus dem normalen Buchstaben “o” und den kleinem kyrillischem Buchstaben Be. David Faden stellt auf seiner Website ein kleines Tool namens “Flip” zur Verfügung, die mit dieser Methode vom Besucher eingegebenen Text “dreht”. Wer sich einen Spass mit seinen Bekannten erlauben will, kann z.B. mal eine E-Mail dort tippen und den gedrehten Text verschicken.

Egal wie der Text an die Spitze der Liste gekommen ist – keine der Möglichkeiten ist besonders positiv für Google:

  1. entweder hat es jemand geschafft, das Google Tool auszutricksen und ihm vorgegaukelt, ganz Amerika würde nach “ǝlƃooƃ noʎ ʞɔnɟ” suchen. Das wirft kein gutes Licht auf das von Google Trends verwendete Bewertungssystem – dann könnte es nämlich auch durchaus sein, dass andere Daten nicht ganz der Realität entsprechen.
  2. Jemand hat es geschafft, die Daten durch einen “ganz normalen” Hacker-Angriff zu manipulieren. Und wenn das gelungen ist, wie sicher ist dann der Rest von Google mit den gespeicherten E-Mails von Google Mail und den Dokumenten in Google Apps?

Artikel zu den beiden Vorfällen – inklusive Beweisfotos – gibt es auf TechCrunch:

Swastika Appears On Google Trends
Google Trends Subverted Again. This Is Getting Embarrasing