300 Millionen für Vista

Diesen Etat hätte wohl jeder Werber gerne. Microsoft hat bekannt gegeben in naher Zukunft 300 Millionen Dollar in eine gross angelegte Kampagne für das eher mässig laufende Windows Vista zu investieren.



Microsoft reagiert damit auf anhaltende Absatzprobleme, schlechtes Image und den Wunsch vieler kleiner Privatkunden und immer mehr Grosskunden, doch lieber Windows XP auf neuen PCs installiert zu bekommen.

Erst kürzlich musste der Redmonder Konzern einige Tiefschläge einstecken, als sowohl der langjährige Partner Intel als auch General Motors und Daimler verkündeten, künftig weiterhin Windows XP einzusetzen und auf Windows Vista zu verzichten. Erst mit dem Erscheinen der nächsten Windows Version im Jahr 2010 sei ein Umstieg geplant.

Obwohl Microsoft den Verkauf von Windows XP Ende Juni eingestellt hat, liefern viele grosse und kleine PC-Hersteller weiterhin Rechner mit diesem Betriebssystem aus. Für Käufer von Windows Vista Business und Ultimate gibt es nämlich ein Downgrade-Recht von Seiten Microsofts. Das heisst, dass offiziell Windows Vista verkauft wird, der Kunde bzw der Hersteller oder Händler jedoch Windows XP installieren darf.

Ziel der Kampagne ist es, negative Publicity, Statistiken und Benutzererfahrungen vergessen zu machen und die Welt davon zu überzeugen, dass es den WOW-Effekt (der übrigens nichts mit einem belieben Online-Rollenspiel zu tun hat) wirklich gibt.

Mal sehen, wie gut das funktionieren wird. Für Privatkunden wird früher oder später kein Weg mehr an Vista vorbei führen – im Geschäftskundenbereich, in dem es vor allem wichtig ist, dass der PC und die benötigte Software einwandfrei funktioniert, könnte es schwieriger werden. Sie Zahl der Programme, die problemlos mit Vista umgehen können wird sicher steigen, aber manche Systeme werden damit nie funktionieren.

Wussten Sie übrigens, dass Vista alle 210 Tage per Internet bei Microsoft überprüft, ob es sich um eine korrekt lizenzierte Version des Betriebssystems handelt? Schlägt diese Überprüfung fehl oder kann sie nicht durchgeführt werden, weil keine Internetverbindung vorhanden ist (was bei einigen geschäftskritischen Systemen, die man bewusst vom Internet abschottet, durchaus üblich ist), hört Vista einfach auf korrekt zu funktionieren – nicht gerade vertrauenserweckend, oder? Ob da 300 Millionen die Kunden überzeugen können?